Am 28. September 2007 meldete das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt, dass Sachsen-Anhalt täglich 77 Einwohner verliert. Dabei beträgt das Geburtendefizit 34 Personen (80 Verstorbenen stehen nur 46 Lebendgeborene gegenüber). Der Wanderungsverlust beträgt pro Tag 44 Personen (90 Personen zogen nach Sachsen-Anhalt, während 134 Personen das Land verließen). Seit 1998 ergaben sich nur geringe Veränderungen an diesen Verhältnissen.
Damit kann in Sachsen-Anhalt monatlich faktisch ein kleines Dorf oder jährlich eine Kleinstadt von der Landkarte genommen werden.

“Die Stimmung im Land hat sich deutlich verbessert. Das ist nicht nur daran abzulesen, dass eine große Mehrheit von 72 Prozent mit ihrer derzeitigen Lebenssituation zufrieden ist.” So lautet es Ende September in der Pressemitteilung 488/07 der Staatskanzlei und in der Berichterstattung vieler Medien im Land.2eaeadebdd.jpg

Die Meldung beruht auf den Sachsen-Anhalt Monitor 2007. Dieser wurde vom Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap und der Universität Halle (Institut für Politikwissenschaft und Japanologie) erstellt. Auftraggeber war die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und der MDR. Befragt wurden im Jahr 2007 insgesamt 1.000 Wahlberechtigte, dass entspricht 0,048% der Wahlberechtigten im Land.

Entgegen der Berichterstattung ist aber auf Seite 15 der Studie zu lesen, “Korrekterweise sind also maximal 72 % der Sachsen-Anhalter mit ihrer derzeitigen Lebenssituation zufrieden. Eine konservative Schätzung, nach der alle, die nicht an der Befragung teilgenommen haben, als unzufrieden einzustufen sind, würde lauten, dass mindestens 40 % der Landesbewohner mit ihrer Lebenssituation zufrieden sind.”

Es wäre zu erwarten gewesen, dass Staatskanzlei und Medien die Studie vollständig zitieren, um nicht in den Verdacht der politischen Stimmungsmacherei zu kommen.

Selbsthilfe und Selbstunternehmung in der Bürgergesellschaft sind in der heutigen Zeit eine erfolgreiche Strategie um auf die veränderten gesellschaftlichen und ökonomischen Verhältnisse zu reagieren.

Daher ist es zu begrüßen, wenn die Hochschule Magdeburg vom 19. bis 21. September 2007 einen Kongress veranstaltet, auf dem Vertreterinnen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung mit den Verbänden und den Profis aus dem Bereich des bürgerschaftlichen Engagements ins Gespräch kommen könnten.

Ohne aber die vielen ehrenamtlich arbeitenden Menschen z.B. in den Sport, Kultur und Heimatvereinen ist eine Bürgergesellschaft nicht denkbar. Die Sorgen hinsichtlich der chronischen Unterfinanzierung, Nachwuchs und personeller Mangel an Vorständen, Überalterung sowie bürokratischen Hürden finden aber zu wenig Gehör. Von praktischen Veränderungen und Hilfen gibt es viel zu wenig.

Der von den Veranstaltern ursprünglich geforderte Tagungsbeitrag von 300 Euro (nunmehr nur noch 150 Euro) lässt die Vermutung aufkommen, dass auch bei diesem Kongress Ministerpräsident Böhmer und Wirtschaftsminister Haseloff viel positive Worte aus einem kleinen Kreis hören werden. Der Kongress ist zertifizierte Fortbildung für u.a. für Lehrer und Psychotherapeuten und wird als Bildungsurlaub anerkannt.

Dennoch sollten die Akteure in Städten und Kommunen versuchen, die gute Gelegenheit zu nutzen um sich vorzustellen und ihr Anliegen zum Ausdruck zu bringen. Auch wenn sich wiedereinmal Regierungsmitglieder in den Erfolgen der Bürger sonnen werden, bleibt eine probates Mittel: Akteure vernetzt Euch, um eine selbstbestimmte Bürgergesellschaft zu schaffen.

Infos zum Kongress

http://kongress2007.de/

Wo: Groß Ammensleben, Holzweg 2c

Anlässlich des 60jährigen Firmenjubiläums feiert die Tischlerei Tiedge am 8. Juli von 10.00 – 18.00 Uhr ein großes Hoffest. Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Viele Aussteller und Infostände aus der Region sind vor Ort. Auch die UrstromTaler Genossenschaft ist vertreten. Regiogeld ist herzlich willkommen. Höhepunkt ist ein 24-Stunden-Spinning Versuch, der am Samstag 07. Juli um 16.00 Uhr beginnt. Jeder kann mitradeln, die ganze Nacht..

pict5946.jpgDie Vorsitzende der Kaufmannsgilde Quedlinburg Frau Renate Kaczor führte vor dem Wirtschaftsausschuß der Stadt Quedlinburg aus, dass vom Tourismus und vom wirtschaftlichen Aufschwung bisher hauptsächlich Gastronomie und Hotellerie profitieren. Für die Händler ist das größte Problem die niedrige Kaufkraft in der Stadt.

Aber nicht nur in Quedlinburg fehlt es an Kaufkraft. Die Karten der Marktforschungsgruppe GfK zeigen, dass es kein Einzelfall ist. Weite Teile der Bundesrepublik sind betroffen.

Für diese Massenerscheinung gibt es praktizierbare Lösungsansätze. Die Schaffung von zusätzlicher regionalgebundener Kaufkraft ist ein Modell, was bereits seit einigen Jahren in Form von Regiogeld erfolgreich besteht. Voraussetzung für den Einsatz dieses Instrumentes der Kaufkraftbindung und Regionalentwicklung ist Offenheit und die Bereitschaft wieder stärker auf Regionalität zu setzen. Alleine das Beklagen der bestehenden Situation genügt nicht. Sachsen-Anhaltische UnternehmerInnen haben die Möglichkeit mit einem kleinen Schritt etwas gegen niedrige Kaufkraft zu tun. Neben dem Euro auch Regiogeld nutzen.

sos_anzeige_biofuehrer1.jpgIn Bergzow bei Genthin kommt Gentechnik auf den Acker. Der Fa. Monsanto wurde vom “Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit” am 1. Juni 2007 die Freisetzung von gentechnisch veränderten Mais in Bergzow genehmigt. Damit weiten sich die Anbauflächen mit genetisch veränderten Pflanzenmaterial in Sachsen-Anhalt weiter aus. Ostdeutschland wird so langsam zum größten Experimentiergebiet. Obwohl bekannt ist, das die eingesetzte Technologie Schäden verursachen kann, wird das Risiko für die Menschen und die Natur in der Region von den beteiligten Konzernen und Behörden in Kauf genommen. Das die Mehrheit der Verbraucher Lebensmittel mit gentechnisch manipulierten Bestandteilen ablehnt, interessiert die Entscheidungsträger ebenfalls nicht. In Folge des Euro-Mangels, mit ausgelöst durch eine verfehlte Landwirtschaftspolitik, nun die Gentechnik als Strohhalm zu greifen, kann sich als fataler Fehler erweisen. Landwirte, die an den Experimenten mitwirken, werden bei dieser Verbrauchermeinung damit rechnen müssen, dass sie auf ihren Erzeugnissen sitzen bleiben und zum Gegenstand des Protestes werden.

Zu fordern ist, dass Monsanto und das Bundesamt insbesondere die dortigen Entscheidungsträger für das Risiko der Gentechnik im vollen Umfang haften.

Statt an der sog. “Grünen Gentechnik” festzuhalten und die im Lande verbliebende Bevökerung zu Experimentierkanichen zu machen, könnte die Region mit einer nachhaltigen regionalen Wirtschaftsweise beispielhaft für andere Regionen wirken. Das dürfte im Interesse der jetzigen und nachfolgenden Generationen und der Landwirte liegen, damit die Lebens- und Erwerbsgrundlagen risikofrei bewahrt bleiben.

Weitere Informationen gibt es hier:

Informationsdienst Gentechnik

Greenpeace

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

bannerbarter.jpgDer Mitteldeutsche BarterRing aus Dessau und das REGIOgeld “UrstromTaler” arbeiten zukünftig enger zusammen. Das wurde zwischen dem Managment der beiden Systeme vereinbart. Damit haben zukünftig die Nutzer der Systeme die Möglichkeit, mit ihrer Währung auch bei den Akzeptanzpartnern des anderen Systems unkompliziert zu bezahlen. Damit besteht das regionale Netzwerk in Sachsen-Anhalt aus über 300 Kleinst-, Klein- und Mittelständischen Betrieben. In diesem Netzwerk arbeiten die Unternehmen und weitere regionale Akteure enger zusammen, um die Wirtschaft zu stärken. Das von ihnen verwendete Geld bleibt im Land und schafft Arbeit und Werte vor Ort.

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